Wie ein Knäuel aus lauter Lugabeidl entwirrt wirdLudwigsburger Zeitung (19.10.2010)

Komik pur wurde den Besuchern im voll besetzten Saal der Schwaben-Bühne geboten. Premiere feierte dort Bodo Kälbers neue Inszenierung der Komödie "Lauder Lugabeidl" von Walter G. Pfaus.

 

Vom ersten Moment der gelungenen Aufführung an hatten die Zuschauer Spaß. Dem Autor von "Lauder Lugabeidl", der schon unzählige mundartliche Schwänke schrieb, war eine Geschichte eingefallen, die wegen der absurden Verwechslungen schlichtweg ulkig war.

Der angekündigte Besuch der reichen Tante Rita aus Amerika brachte das bis dahin geregelte Dasein des Beamten Leo und seiner Gattin Dunja völlig durcheinander. Von dieser könne bei ihrem Ableben eine millionenschwere Erbschaft erwartet werden, behauptete Dunja ständig. Doch sie hatte ihrer Tante in vielen Briefen berichtet, ihr Mann sei Landtagsabgeordneter, sie hätten einen Diener und ein Hausmädchen sowie ein komfortables Auto der gehobenen Klasse mit Chauffeur. Weil sich die Tante plötzlich zum Besuch anmeldete, geriet Dunja in schwere Bedrängnis, denn nun könnte sich ja der gesamte Lug und Trug herausstellen.

Mit Hilfe des befreundeten Paares Lisa und Werner sowie einem weiteren Freund namens Jörg, auf den Leo nicht unbegründet äußerst eifersüchtig war, arrangierte die Gattin, dass die Verhältnisse in ihrem Haus scheinbar den Briefen entsprachen.

Doch die Tante erschien unverhofft viele Stunden früher. Und weil sich Dunja und Jörg just in diesem Moment auf der Couch verlustierten, wurde notgedrungen aus Jörg der Ehemann Leo, aus diesem jedoch der Butler Percy.

Zu allem Überfluss erschienen im weiteren Verlauf des turbulenten Stücks noch Leos trinkfreudige Mutter sowie ein Einbrecher, der später behauptete, Detektiv im Auftrag der amerikanischen Tante zu sein.

Wie sich dieses Knäuel aus lauter Lugabeideln wieder auflöste, wird an dieser Stelle nicht verraten werden. Bodo Kälber, ein im Umgang mit Laienschauspielern routinierter Regisseur, führte das achtköpfige Ensemble mit lockerer Hand, verstand es deshalb ausgezeichnet, den Handlungsablauf sehr temporeich und voller sprühender Pointen auf die Bühne zu bringen. In hohem Maße komödiantisches Talent bewiesen dabei Siggi Offenwanger (Leo), Heike Marschner-Schulze (Dunja), Conny Rommel (Tante Rita) sowie Margit Gienger (Leos Mutter). Aber auch Gerhard Pientsch (Werner), Birgit Pressmann (Lisa), Mathias Schmid (Jörg) und Frank Neuss (Einbrecher) überzeugten mit schauspielerischem Talent, so dass die gesamte Vorstellung wie professionell gestaltet wirkte.