"D'Erbtante" mischt Männerhaushalt aufBietigheimer Zeitung (30.04.2012)

Ein munterer Schwank voller Irrungen und Wirrungen erwartete das Publikum der Schwaben-Bühne in Asperg: Am Freitag fand die Premiere von "DErbtante" vor ausverkauften Rängen statt.

 

Die Hurgeles unter Druck: Der Besuch der Erbtante aus Australien bringt den Männerhaushalt völlig durcheinander. Foto: Helmut Pangerl
Haben Sie schon einmal jemanden angelogen, um von ihm Geld zu bekommen? Und hat dieser Jemand das dann rausgefunden und Sie im Gegenzug auf die Schippe genommen? So etwa kann man sich die Handlung des schwäbischen Schwankes "D" Erbtante" von Willy Stock vorstelle. Nur in stark potenzierter Form.

Hans Hurgele, sein Bruder Karl und dessen Sohn Thomas erleben einen Schock, als sich eines Tages aus heiterem Himmel "Tantchen" Barbara ankündigt. Diese ist die Frau des verstorbenen Bruders der Hurgeles und lebt in Australien, gesehen haben sie die Drei noch nie. Als dieser Bruder noch lebte, schickte er dem Drei-Männer-Haushalt regelmäßig Geld. Doch seit seinem Tod bleiben die Finanzspritzen aus. Darum erfand Hans haarsträubende Geschichten, um doch noch Geld aus Australien geschickt zu kommen. Angeblich sei Hans krank, weswegen sie eine Haushaltshilfe benötigten, Karl habe noch einmal geheiratet, Thomas habe studiert und wolle nun heiraten, zu guter Letzt sei Hans gestorben. Gutgläubig schickte die reiche Barbara ihnen immer wieder Geld.

Als sie sich jetzt so kurzfristig anmeldet, droht der ganze Schwindel aufzufliegen. Wo sollen die Männer eine Haushaltshilfe, wo eine Frau für Karl und wo eine für Thomas herkriegen? Kurzentschlossen ziehen Karl und Thomas auf der Suche nach passenden Frauen los, ernten jedoch nur Absagen und Ohrfeigen.

Als Barbara mit ihrer Tochter das scheinbar leere Haus betritt und beide gleich merken, dass die Geschichten nur Lügen sind, beschließen sie, den Spieß umzudrehen. Als die Männer kommen, geben sie sich als deren Gattin beziehungsweise Verlobte aus. Was folgt, ist eine urkomische Verwechslungskomödie mit viel Stoff zum Lachen.

Sieben Amateurschauspieler stehen bei diesem Stück auf der Bühne. Zwei davon - Theo Eisele in der Rolle des Hans Hurgele, er führte gleichzeitig Regie und Gerhard Pientsch in der des Postboten - sind altbekannte Ensemblemitglieder der Schwaben-Bühne. Besonders lobenswert erscheint jedoch die Leistung der neugewonnenen Schauspieler. Hier überzeugt vor allem Micha Rütsche als Karl Hurgele. Sein dümmlicher Sohn Thomas wird gekonnt dargestellt von Nico Oßwald.

 

Auch das Duo Infernale, die Erbtante Barbara und ihre Tochter Lissy - dargestellt von Kornelia Seitz und Carolin Zimmer - , präsentiert sich mit viel Schärfe und Witz. Nicht zuletzt zu nennen ist Ulrike Winter, die die Rolle der beherzten Bärbel Wargele voll ausfüllt.

 

Info Weitere Aufführungen: 4. Mai., 5. Mai, 11. Mai, 12. Mai, jeweils um 20 Uhr, 13. Mai, 16 Uhr, 25.Mai, 26. Mai, jeweils um 20 Uhr. Weitere im Juni. Karten und weitere Informationen: http://www.schwaben-buehne.de
Redaktion: LARA SCHÜßLER